Direkt zum Hauptbereich

Hilfe! Mein Mitarbeiter verlässt mich! - Internes Abwerben von Mitarbeitern


Wurden Ihnen schon intern Mitarbeiter abgeworben? 

Gratuliere, sie sind eine gute Führungskraft! 

Warum? Das werde ich versuchen zu erklären.

Grundsätzlich ist es immer unerfreulich, wenn gute Mitarbeiter das Unternehmen verlassen. Die meisten meiner ehemaligen und derzeitigen Mitarbeiter haben einen Abwerbungsversuch hinter sich. Na ja, könnte man meinen, vielleicht sind es besonders begabte Personen. Wenn das so ist, haben Sie bereits eine positive Führungseigenschaft: die richtige Auswahl ihres Teams! Wer sich nicht von Zeugnissen und Selbstmarketing beeinflussen lässt, hat eine gute Chance, Talente zu erkennen. Zeugnisse zeigen nicht wirklich, ob jemand für einen Job perfekt geeignet ist. Mir persönlich sind sie im Endeffekt ziemlich egal. Klar muss jemand die fachlichen Voraussetzungen erfüllen, aber das macht noch keinen guten Mitarbeiter! In der Schweiz ist mein Eindruck, dass Zeugnisse der goldene Gral sind: je mehr Zeugnisse, desto besser der Bewerber. Wieviel von dem was sie bei Trainings oder auf der Universität gelernt haben, können sie gewinnbringend einsetzen? Eben, was ich davon verstanden habe oder auch praktisch umsetzen kann, steht eben nicht in den Zeugnissen und Zertifikaten. 

Eine gute Führungskraft trifft eine gute Personalentscheidung.

Das Zweite ist die Mitarbeiterentwicklung. Dabei geht es nicht um Schulterklopfen. 
Es kommt sehr oft nicht auf Begabung oder Engagement des Mitarbeiters an, sondern wie sie geführt werden. 

Wenn ich einen Mitarbeiter ununterbrochen überlaste, wird er weder die gewünschte Leistung bringen, noch sich gut entwickeln können. Wenn ich den talentiertesten Mitarbeiter falsch einsetze, etwa eine Kreativen als Buchhalter, dann wird das nicht von Erfolg gekrönt, ausser ich will eine besonders steuerkreative Buchhaltung.  

Ich werde jetzt nicht im Detail ausbreiten, was gute Führungskräfte auszeichnet, dazu gibt es hunderte von Büchern. Wichtig ist, erst gute Führung ermöglicht gute und motivierte Mitarbeiter! Motivierte Mitarbeiter wachsen über sich hinaus. 

Wenn der Mitarbeiter im Unternehmen hervorsticht, haben auch sie als Führungskraft erheblich mitgeholfen! 
Ich bin nicht die perfekte Führungskraft. Auch ich musste Aderlasse hinnehmen: Wenn jemand meine Abteilung verlassen hat, dann meist weil er mehr verdiente, einen beruflichen Aufstieg machte, sich damit weiter entwickeln konnte oder definitiv zu einer charismatischen Führungskraft wechselte. Ich würde ihm dann keine Prügel vor die Füsse werfen, ganz im Gegenteil, ihn unterstützen!

Eine gute Führungskraft entwickelt seine Mitarbeiter!

Also ruhig Blut. Das Abwerben ist das grösste Kompliment, das man Ihnen als Führungskraft machen kann! Es zeigt, dass Sie ein guter Vorgesetzter sind. 

Mein Resümee: Bewerben tun sich schlecht geführte Mitarbeiter, abgeworben werden gut geführte!


Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Die 10 Gebote

 Die meisten kennen die christlichen (und jüdischen) «10 Gebote». Der christliche Glaube hat im wesentlichen nur diese 10 Gebote benötigt um weltumspannend erfolgreich zu werden. Was sagt uns das? Warum hat das so erfolgreich funktioniert? Einfachheit und Reduktion auf das Wesentliche hat eben einen entscheidenden Mehrwert! Einfache Regeln, die jeder verstehen kann, sind eben weitaus wirksamer als ein 50-seitiges Strategiepapier. Daher sind «10 Gebote» eben so erfolgreich. Das gilt natürlich auch für Unternehmen und das Management im Unternehmen. Es gibt eine Reihe von Unternehmen oder Managern, die eben mit diesen wenigen, einfachen Botschaften an ihre Mitarbeiter sehr erfolgreich sind. Einer der mir dabei einfällt, ist der austrokanadische Unternehmer Frank Stronach der mit Magna den grössten Automobilteil-Zulieferer der Welt gegründet hat. Er wurde zwar oft von akademisch legitimierten Managern belächelt, aber faktisch war er mit seiner Unternehmenssteuerung den meisten übe...

Wie Kosher ist Halal?

Ein kleines Beispiel zum Schmunzeln, wenn notwendige Regeln ungewollt komisch werden. Eines Tages erreichte mich eine Kundenanfrage: “Wir ersuchen Sie um ein dringende Bestätigung dass ihre Druckfarben Kosher und Halal sind”! Wie? Ich war perplex und begann zu lachen. Druckfarben müssen Kosher und Halal sein? Wer denkt denn ernsthaft daran Druckfarben zu sich zu nehmen? Sie sind weder nahrhaft noch schmackhaft, und ausserdem eigentlich gesundheitsgefährdend!   Natürlich habe ich den Kunden kontaktiert und versucht zu erklären, dass die Farben nicht zum menschlichen Verzehr geeignet bzw. gedacht sind. Er meinte nur, dass sie dies für alle Arzneimittel inklusive Primärverpackung brauchen würden und war nicht einsichtig, dass Farben definitiv zum Verzehr ungeeignet sind. Also gut, ich habe das Kosher / Halal Statement erstellt. Ganz so trivial war es dann doch nicht! Ich musste mich vergewissern, dass im gesamten Syntheseprozess der Grundstoffe keine tierischen Vorprodukte eingesetzt ...

Der Scheisser oder wie Rechtschreibprüfung versagt!

In dieser kleinen Geschichte ging es um die Qualifizierung von Verkleben statt Versch w eissen von Stahl. Diese Mail erhielt ich wortwörtlich als Input von einem Lieferanten. «Meine persönliche Einstellung zu kleben: Heute sind die Kleber extrem gut und belastbar, jedoch sehr heikel in der Vorbehandlung / Feuchtigkeit, Temperaturen und nicht fettfreie Oberflächen können hier das Ergebnis stark beeinflussen. Im Produktionsablauf müsste also ein Schweisser auf einmal kleben. Das klingt zwar relativ einfach aber wenn man an die Umgebung denke wo ein Scheisser steht und seine Hände anschaut ist das alles andere als die Umgebung wo sauber geklebt wird! Aus diesen Gründen ist evtl. kleben nicht günstiger wie scheissen … Dazu kommt, dass wir ja in den wenigsten Fällen solche Teile durch scheissen müssen, sondern nur heften … d.h. den einzigen Vorteil wo ich so auf den ersten Blick sehe ist, dass es von aussen keine sichtbaren Scheiss stellen gibt.» Erkennt deine Rechtsschreibprüfu...